ab 10 Jahre

Momo

Eine besondere Gabe

Momo mit der Schildkröte vor einer goldenen Tür

Das Waisenmädchen Momo lebt allein in den Ruinen eines verlassenen Amphitheaters und verfügt über eine besondere Gabe: Sie hat Zeit. Und sie hört zu! Immer mehr Menschen strömen in das alte Theater und erzählen dem Mädchen von ihren Sorgen und Nöten. Mit viel Geduld, Liebe und Verständnis gelingt es Momo die Menschen zusammenzubringen und bald schon wird Momos Zuhause ein Ort der Begegnungen und Freude. Alles ändert sich, als eines Tages geheimnisvolle, graue Gestalten in der Stadt erscheinen.

„Sparen Sie Zeit, um sie später zu genießen“

Momo blickt nach oben, hinter ihr stehen die grauen Männer und Frauen

Die Agenten:innen der „Grey Corporation“ behaupten, Liebe, Freizeit, Spielen und Freunde seien nutzlos und Zeit wäre das Wichtigste. Sie überreden die ahnungslosen Bewohner:innen dazu, ihre Lebenszeit in einer „Zeit-Spar-Kasse“ zu sparen, angeblich um sie später einmal für sich und ihre Familie nutzen zu können. In Wirklichkeit steht hinter den Greys ein mächtiger internationaler Konzern, der die angesparte Zeit allein für sich haben will. Schon bald wird das Leben der Menschen grau, hektisch und freudlos und niemand hat mehr Zeit. Als selbst Gino, der beste Freund von Momo, auf die Greys hereinfällt, ist Momo verzweifelt.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Momo spaziert staunend durch den Raum mit den Uhren von Meister Hora

Nachdem Gino von John Richter, dem Chef der Greys, zum Social-Media-Star gemacht wird und Straßenfeger Beppo verschwindet, beschließt Momo zu handeln. Zur Hilfe kommt ihr die Schildkröte Kassiopeia, die sie zu Meister Hora führt. Der legendäre Hüter der Zeit lebt im Nirgendhaus außerhalb der Zeit und mit ihm zusammen denkt sich Momo eine List aus, mit der sie den Zeitdieben Einhalt gebieten können. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Über den Film

Das hohe Tempo passt dafür gut zum Look des Films, der als Science Fiction inszeniert ist. Die bombastischen Bilder, unterlegt mit passendem Score, suchen den Weg zum zeitgenössischen Publikum und verleihen auch den dunklen Seiten der Geschichte eine faszinierende Schönheit. Inhaltliche Elemente passen die Geschichte an diese Welt der Zukunft aus heutiger Sicht an: Aus den Zigarren der grauen Herren werden in Ditters Version Inhalatoren, Fremdenführer Gino ist nun auch Pizzalieferant und wird Influencer, fliegende Bots sollen zu besten Freunden werden, die Zeitrechnungen sind längst digital erfasst und werden auf technischen Geräten – leuchtende Bänder namens Greycelets – gespeichert.

Damit kommentiert der Film auch die Gegenwart, in der viele ihren körperlichen Zustand über Armbanduhren messen und sich von ihnen sagen lassen, wann sie ins Bett gehen oder sich einmal wieder bewegen sollten. In der wir, wie die Menschen unter der Herrschaft der grauen Kreaturen, Nachrichten lesen, während wir Filme ansehen, Serien streamen, während wir in der Warteschlange stehen. An diesen Stellen fühlt man sich als Zuschauer*in ertappt, hier packt der Film die – schon in den 1970er Jahren angelegten – gesellschaftskritischen Aspekte der Geschichte in eine zeitgenössische Form. Und das funktioniert.
» Kinder- und Jugendfilmportal, Verena Schmöller

» zum Seitenanfang